Häufige Fragen zur Schilddrüse
Auf dieser Seite finden Sie Antworten auf häufige Fragen zur Schilddrüse, zu Schilddrüsenwerten, Hashimoto-Thyreoiditis, Morbus Basedow, Schilddrüsenknoten, Ultraschall und Behandlungsmöglichkeiten.
Die Informationen dienen einer ersten Orientierung. Da Beschwerden, Laborwerte und Schilddrüsenbefunde immer im persönlichen Zusammenhang beurteilt werden müssen, ersetzen sie keine individuelle fachärztliche Untersuchung und Beratung.
Allgemeine Fragen zur Schilddrüse
In der Schilddrüsenordination werden Erkrankungen und Veränderungen der Schilddrüse fachärztlich untersucht, behandelt und kontrolliert. Dazu zählen unter anderem Schilddrüsenknoten, Hashimoto-Thyreoiditis, Morbus Basedow sowie Schilddrüsenunter- und -überfunktionen.
Auch Schilddrüsenfragen bei Kinderwunsch, Schwangerschaft, in den Wechseljahren oder nach einer Schilddrüsenoperation können abgeklärt werden.
Eine Untersuchung kann bei Beschwerden wie anhaltender Müdigkeit, Herzrasen, innerer Unruhe, Gewichtsveränderungen, verstärktem Frieren oder Schwitzen, Haarausfall oder Zyklusstörungen sinnvoll sein.
Auch eine tastbare Veränderung am Hals, bekannte Schilddrüsenknoten oder auffällige Laborwerte sollten fachärztlich abgeklärt werden. Da diese Beschwerden auch andere Ursachen haben können, ist eine individuelle Untersuchung wichtig. Typische Beschwerden einer Unter- oder Überfunktion können sehr unterschiedlich und unspezifisch sein.
Der TSH-Wert ist ein wichtiger erster Laborwert, reicht aber nicht bei jeder Fragestellung allein aus. Je nach Beschwerden und Vorbefunden können weitere Blutwerte, Schilddrüsenantikörper und ein Ultraschall erforderlich sein.
Gerade Schilddrüsenknoten können auch bei einem normalen TSH-Wert vorhanden sein. Der Ultraschall liefert zusätzliche Informationen über Größe und Struktur der Schilddrüse und möglicher Knoten.
Untersuchung und Diagnostik
Je nach Fragestellung umfasst die Abklärung ein ausführliches Gespräch über Beschwerden und Vorbefunde, eine klinische Untersuchung, einen hochauflösenden Schilddrüsenultraschall und die gezielte Beurteilung relevanter Laborwerte.
Bei auffälligen Befunden können weitere Untersuchungen wie eine Szintigraphie oder Feinnadelpunktion empfohlen beziehungsweise organisiert werden. Ziel ist eine klare Einordnung, ob eine Verlaufskontrolle, weitere Diagnostik oder Behandlung sinnvoll ist.
Mit dem hochauflösenden Ultraschall lassen sich Größe, Struktur und Gewebebeschaffenheit der Schilddrüse beurteilen. Auch Schilddrüsenknoten, eine Vergrößerung der Schilddrüse und Hinweise auf entzündliche Veränderungen können erkannt und dokumentiert werden.
Der Ultraschall eignet sich außerdem besonders gut für Verlaufskontrollen. Bei Bedarf kann ergänzend eine KI-gestützte 3D-Sonografie eingesetzt werden, um Volumen und Veränderungen besonders gut vergleichbar zu erfassen.
Eine Feinnadelpunktion kann sinnvoll sein, wenn ein Schilddrüsenknoten aufgrund seiner Größe, seines Wachstums oder bestimmter Ultraschallmerkmale genauer abgeklärt werden sollte.
Dabei werden mit einer sehr dünnen Nadel Zellen aus dem Knoten entnommen und anschließend untersucht. Nicht jeder Schilddrüsenknoten muss punktiert werden. Die Entscheidung erfolgt anhand des Ultraschallbefundes und der gesamten medizinischen Situation.
TI-RADS ist ein standardisiertes Bewertungssystem für Schilddrüsenknoten im Ultraschall. Anhand bestimmter Merkmale wird eingeschätzt, ob eine Verlaufskontrolle ausreicht oder eine weitere Abklärung sinnvoll ist.
In der Ordination kann die TI-RADS-Einordnung durch die KI-gestützte 3D-Sonografie unterstützt werden. Die technische Auswertung ersetzt jedoch nicht die ärztliche Beurteilung.
Schilddrüsenknoten und Behandlung
Die meisten Schilddrüsenknoten sind gutartig. Trotzdem sollten sie fachärztlich beurteilt werden, insbesondere wenn sie wachsen, Beschwerden verursachen oder im Ultraschall auffällige Merkmale zeigen.
Zur Einschätzung werden unter anderem Größe, Struktur, Verlauf und mögliche Auswirkungen auf die Schilddrüsenfunktion berücksichtigt.
Nein. Viele Schilddrüsenknoten benötigen zunächst nur regelmäßige Verlaufskontrollen.
Eine Behandlung kann sinnvoll sein, wenn ein Knoten wächst, Druck- oder Schluckbeschwerden verursacht, hormonell aktiv ist oder aufgrund des Befundes genauer abgeklärt werden muss. Welche Therapie infrage kommt, hängt vom Knotentyp und von der individuellen Situation ab.
Je nach Befund kommen unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten infrage. Dazu zählen Verlaufskontrollen, eine Radiojodtherapie, minimalinvasive Verfahren oder in bestimmten Fällen eine Operation.
Zu den minimalinvasiven Verfahren gehören insbesondere die Radiofrequenzablation bei geeigneten gutartigen Knoten und die Ethanolablation bei zystischen oder teilweise zystischen Knoten. Die Auswahl erfolgt nach sorgfältiger Untersuchung und individueller Beratung.
Die Radiofrequenzablation, kurz RFA, ist ein minimalinvasives Verfahren zur Verkleinerung geeigneter gutartiger Schilddrüsenknoten.
Dabei wird unter Ultraschallkontrolle eine feine Sonde in den Knoten eingebracht. Durch gezielte Wärme wird das Knotengewebe behandelt, sodass sich dessen Volumen im weiteren Verlauf verringern kann. Eine Operation und Vollnarkose sind dabei in der Regel nicht erforderlich.
Hashimoto, Morbus Basedow und Schilddrüsenfunktion
Hashimoto-Thyreoiditis ist eine chronische Autoimmunerkrankung der Schilddrüse. Dabei richtet sich das Immunsystem gegen das eigene Schilddrüsengewebe. Im Verlauf kann sich eine Schilddrüsenunterfunktion entwickeln.
Mögliche Beschwerden sind unter anderem Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, verstärktes Frieren, trockene Haut, Haarausfall oder Gewichtsveränderungen. Da diese Beschwerden auch andere Ursachen haben können, ist eine genaue medizinische Einordnung wichtig.
Ja. Beschwerden wie Müdigkeit, Erschöpfung, Konzentrationsprobleme oder Gewichtsschwankungen können auch dann auftreten, wenn einzelne Schilddrüsenwerte im Normbereich liegen.
In solchen Fällen sollte geprüft werden, ob weitere Faktoren wie die gesamte Schilddrüsenfunktion, Entzündungsprozesse, Ernährung, Nährstoffversorgung, Medikamente oder andere Erkrankungen eine Rolle spielen. Beschwerden können unterschiedliche Ursachen haben und sollten deshalb immer im medizinischen Gesamtzusammenhang beurteilt werden.
Morbus Basedow ist eine Autoimmunerkrankung, die meist zu einer Schilddrüsenüberfunktion führt. Mögliche Beschwerden sind Herzrasen, Nervosität, Zittern, verstärktes Schwitzen, Schlafstörungen oder Gewichtsverlust.
Für die Behandlung ist entscheidend, die Ursache und Ausprägung der Überfunktion genau zu bestimmen. Morbus Basedow gehört ausdrücklich zu den Schwerpunkten der Ordination.
Die Behandlung richtet sich nach Ursache, Beschwerden, Laborwerten, Lebensphase und Begleiterkrankungen. Bei einer Unterfunktion können Schilddrüsenhormone erforderlich sein.
Bei einer Überfunktion kommen je nach Ursache Medikamente, Radiojodtherapie oder andere Behandlungsverfahren infrage. Ziel ist eine individuell abgestimmte und gut verständliche Therapieplanung.
Schilddrüse in verschiedenen Lebensphasen
Eine gut eingestellte Schilddrüsenfunktion ist bei Kinderwunsch und während der Schwangerschaft besonders wichtig. Bei bereits bekannter Unterfunktion kann sich der Bedarf an Schilddrüsenhormonen verändern.
Je nach Ausgangssituation können engmaschigere Labor- und Ultraschallkontrollen sowie eine Anpassung der Medikation erforderlich sein. Auch im Wochenbett sollte die Schilddrüsenfunktion erneut überprüft werden.
Weitere Informationen zu Schwangerschaft, Wechseljahren und Schilddrüse
Ja. Beschwerden wie Schlafstörungen, Herzklopfen, Schwitzen, Stimmungsschwankungen oder Gewichtszunahme können sowohl in den Wechseljahren als auch bei einer Schilddrüsenfehlfunktion auftreten.
Eine gezielte Untersuchung hilft dabei, die möglichen Ursachen voneinander abzugrenzen und eine Über- oder Unterfunktion zu erkennen beziehungsweise auszuschließen.
Eine Hormonersatztherapie kann den Bedarf an Schilddrüsenhormonen beeinflussen. Das gilt insbesondere bei Beginn, Umstellung oder Absetzen einer Hormontherapie.
Bei bestehender Schilddrüsenbehandlung kann deshalb eine Kontrolle der Schilddrüsenwerte und gegebenenfalls eine Anpassung der Medikation sinnvoll sein.
Termin, Kosten und Ablauf
Die Ordination ist eine Wahlarztordination. Das Honorar wird direkt in der Ordination bezahlt und kann anschließend bei der jeweiligen Krankenversicherung zur Rückerstattung eingereicht werden.
Die Höhe der Rückerstattung richtet sich nach den gültigen Kassentarifen und nicht nach dem bezahlten Privathonorar.
Die Kosten richten sich nach Art und Umfang des Termins:
- Spezialisierte Schilddrüsen-Erstdiagnostik: € 240
- Schilddrüsen-Folgeordination / Verlaufskontrolle: € 120
- Komplexe Schilddrüsen-Folgeordination: € 190
- Kurze Labor- oder Befundbesprechung ohne Ultraschall: € 90
Welche Terminart passend ist, hängt von der Fragestellung, den vorhandenen Befunden und dem bisherigen Behandlungsverlauf ab.
Die spezialisierte Schilddrüsen-Erstdiagnostik umfasst eine ausführliche Anamnese, die Sichtung vorhandener Befunde, einen Schilddrüsenultraschall, die medizinische Risikoeinordnung und eine individuelle Laborplanung.
Zusätzlich erhalten Sie eine Therapieempfehlung, einen schriftlichen Befund und eine einmalige Befundbesprechung.
Bitte bringen Sie nach Möglichkeit vorhandene Schilddrüsenbefunde, aktuelle Laborwerte, Ultraschall- oder Szintigraphiebefunde, Operationsberichte und eine Liste Ihrer Medikamente mit.
Auch ohne aktuelle Vorbefunde kann ein Termin vereinbart werden. Die weitere Diagnostik wird dann im Rahmen des Termins festgelegt.