Schilddrüsenmedizin in Salzburg
Diagnostik und Behandlung der Schilddrüse
Schilddrüsen-Sonografie (Ultraschall)
Der hochauflösende Ultraschall ist ein zentraler Baustein der modernen Schilddrüsendiagnostik.
Er ermöglicht eine präzise Beurteilung von Größe, Struktur und Gewebebeschaffenheit der Schilddrüse sowie eine differenzierte Einschätzung von Knoten und entzündlichen Veränderungen.
Die Sonografie eignet sich zudem ideal für Verlaufskontrollen und Therapieentscheidungen.
Im Fokus der Untersuchung stehen:
- Größe und Struktur der Schilddrüse
- Typische Hinweiszeichen bei Hashimoto-Thyreoiditis und anderen entzündlichen Prozessen
- Schilddrüsenknoten: Einordnung, Dokumentation und Verlauf
- Struma (Vergrößerung) und strukturelle Auffälligkeiten
KI-gestützte 3D-Schilddrüsensonografie mit PIUR IMAGING
Ergänzend zur klassischen 2D-Sonografie kann eine KI-unterstützte, tomografische 3D-Ultraschalllösung (PIUR IMAGING, z. B. PIUR tUS) eingesetzt werden. Dabei wird die Schilddrüse mittels Sweep als Volumen erfasst und anschließend computerassistiert ausgewertet.
Ziel ist eine besonders nachvollziehbare, standardisierte und reproduzierbare Diagnostik – insbesondere bei Verlaufskontrollen und multiplen Knoten.
Vorteile im Überblick:
- 3D-Volumenaufnahmen und anschauliche 3D-Renderings – auch zur verbesserten Patientenkommunikation
- Computerassistierte Segmentierung und volumetrische Messungen (reproduzierbar und gut vergleichbar)
- Standardisierte Dokumentation mit hoher Vergleichbarkeit zwischen Untersuchungsterminen
- KI-unterstützte TI-RADS-Einordnung von Knoten als zusätzliche Entscheidungsgrundlage
Wichtig:
Die KI unterstützt die Befundung, ersetzt jedoch nicht die ärztliche Beurteilung.
Entscheidend bleiben Anamnese, klinischer Kontext, Laborbefunde und – falls erforderlich – weiterführende Diagnostik.
Labor – gezielt statt „alles auf einmal“
Mehr Werte bedeuten nicht automatisch bessere Medizin. Entscheidend ist, die richtigen Parameter zur richtigen Zeit zu bestimmen.
Laborwerte entfalten ihre Aussagekraft erst im Kontext von Beschwerden, Anamnese und Ultraschall.
Deshalb setzen wir auf eine präzise, indikationsgeleitete Labordiagnostik – statt auf unspezifische Routinelabore.
Gezielte Basisdiagnostik:
- TSH, fT4, fT3
- Autoantikörper (TPO-AK, Tg-AK, bei Bedarf TRAK)
Erweiterte Diagnostik bei entsprechender Symptomatik:
- Blutbild, Ferritin und Eisenstatus
- Vitamin D, Vitamin B12, Folat
- Magnesium sowie – bei klarer Fragestellung – Zink und Selen
Unser Ansatz:
So viel wie nötig. So gezielt wie möglich. Für eine Diagnostik, die Klarheit schafft – und Vertrauen.
Gute Medizin braucht Zeit.
Diagnose – Einordnung mit Gesamtbild
Eine Diagnose basiert nicht auf einem einzelnen Laborwert.
Die fundierte Einordnung erfolgt im Zusammenspiel von Anamnese, Ultraschall, Laborbefunden sowie unter Berücksichtigung von Medikation, Supplementen, Vorerkrankungen und Lebensstilfaktoren.
Im Fokus der Diagnostik stehen:
- Unterfunktion und Überfunktion – auch milde bzw. subklinische Verläufe
- Autoimmunerkrankungen wie Hashimoto-Thyreoiditis und Morbus Basedow
- Schilddrüsenknoten und Struma
- Entzündliche Schilddrüsenerkrankungen wie die Thyreoiditis de Quervain
- Beschwerden trotz scheinbar „normaler“ Werte (Differenzialdiagnostik)
Unser Ansatz:
keine isolierte Befundbewertung, sondern eine differenzierte Einordnung im Gesamtkontext.
Therapie – individuell, leitliniennah, gut erklärbar
Ziel ist eine Therapie, die wirksam ist – und für Sie jederzeit nachvollziehbar bleibt.
Wir orientieren uns an aktuellen Leitlinien und passen die Behandlung individuell an Ihre Situation an.
Gemeinsam besprechen wir Nutzen, Alternativen, Einnahmehinweise und Kontrollintervalle – transparent und verständlich.
Unser Ansatz:
klare Empfehlungen, fundierte Entscheidungen und eine Therapie, die Sie mittragen können.
Gute Medizin braucht Zeit.
Medikamentöse Therapie & Verlaufskontrolle
Die medikamentöse Behandlung erfolgt individuell und leitliniengerecht – abgestimmt auf Diagnose, Beschwerden und Verlauf.
Im Fokus stehen:
- Einstellung und Optimierung bei Unter- oder Überfunktion
- Kontrolle nach Dosisanpassungen, anschließend in individuell sinnvollen Intervallen
- Klare Einnahmehinweise (Selen, Eisen, Calcium oder Magnesium)
Schilddrüsenknoten – strukturiertes Management
Schilddrüsenknoten erfordern eine differenzierte Beurteilung und strukturierte Verlaufskontrolle.
Unser Vorgehen:
- Risikoeinschätzung mittels hochauflösenden Ultraschalls (2D und bei Bedarf 3D/PIUR IMAGING)
- Strukturierte Verlaufskontrollen mit befundabhängigen Intervallen
- Bei Bedarf Organisation und Empfehlung weiterführender Diagnostik oder Therapie
(z. B. Szintigraphie, Feinnadelpunktion, chirurgische Klärung oder minimal invasive Verfahren wie Ethanolablation oder Radiofrequenzablation [RFA] als minimalinvasive thermische Behandlung von Schilddrüsenknoten
Schwangerschaft & Schilddrüse
In Schwangerschaft und Wochenbett verändern sich Hormonhaushalt und Stoffwechsel deutlich.
Damit kann sich auch der Bedarf an Schilddrüsenhormonen verändern. Eine gut eingestellte Schilddrüse ist entscheidend für das Wohlbefinden der Mutter und die gesunde Entwicklung des Kindes.
Worauf wir achten:
- Bei bekannter Unterfunktion: engmaschige Kontrolle und ggf. Anpassung der Levothyroxin-Dosis
- Bei auffälligem TSH oder Autoantikörpern (z. B. TPO-AK): situationsabhängig engere Überwachung
- Im Wochenbett: erneute Anpassung des Hormonbedarfs sowie Beachtung möglicher Postpartum-Thyreoiditis
Unser Angebot rund um Schwangerschaft & Kinderwunsch
- Kinderwunsch- und Präkonzeptionsberatung bei bestehenden Schilddrüsenerkrankungen
- Labor- und Ultraschallkontrollen in individuell abgestimmten Intervallen (z. B. alle 4–6 Wochen während der Schwangerschaft, je nach Befund und Stabilität)
- Individuelle Dosisanpassung mit klaren Therapiezielen, Kontrollintervallen und verständlichen Einnahmehinweisen
- Nachbetreuung im Wochenbett inklusive Reevaluation der Therapie
Wechseljahre & Schilddrüse
In den Wechseljahren überlappen sich viele Beschwerden – etwa Schlafstörungen, Schwitzen, Herzklopfen, Stimmungsschwankungen oder Gewichtszunahme – mit Symptomen einer Schilddrüsenfehlfunktion.
Eine präzise Abgrenzung ist daher entscheidend: Nicht jede Beschwerde ist automatisch „Menopause“ oder „Schilddrüse“.
Worauf wir achten:
- Differenzierte Einordnung: Schilddrüsenfunktion vs. alters- und situationsbedingte Veränderungen
- Ausschluss bzw. Nachweis von Unter- oder Überfunktion
- Bei bestehender Levothyroxin-Therapie: Vermeidung einer Übertherapie (TSH-Suppression) – relevant für Knochen- und Herzgesundheit
- Bei Knoten oder Struma: risikoadaptierte Verlaufskontrollen
Unser Angebot rund um die Wechseljahre
- Differenzialdiagnostik: Menopause-Symptome vs. Schilddrüse (Anamnese, Labor und hochauflösender Ultraschall)
- Therapieoptimierung bei Unter- oder Überfunktion mit klar definierten Kontrollintervallen
- Knoten- und Struma-Management inklusive strukturierter Verlaufskontrolle
- Befundorientierte Mikro- und Makronährstoffstrategie bei Erschöpfung, Muskel- oder Nervensymptomen sowie Gewichtsthemen
HRT (Hormonersatztherapie) & Schilddrüse
Eine Hormonersatztherapie (HRT) kann bei menopausalen Beschwerden sinnvoll sein.
Bei bestehender Schilddrüsentherapie ist jedoch wichtig: Je nach Form der HRT (oral vs. transdermal) kann sich der Bedarf an Levothyroxin verändern.
Daher empfehlen wir bei Beginn, Umstellung oder Absetzen einer HRT eine gezielte Kontrolle der Schilddrüsenwerte.
Worauf wir achten:
- Orales Östrogen kann das Transporteiweiß (TBG) erhöhen und dadurch den Bedarf an Levothyroxin steigern
- Transdermale Östrogene (Gel/Pflaster) zeigen diesen Effekt in der Regel deutlich weniger
- Auch bei stabil eingestellter Schilddrüse können sich Symptome durch HRT-Veränderungen ändern – ein gezieltes Monitoring ist daher sinnvoll
Unser Angebot bei HRT
- Strukturierter Kontrollplan (TSH, fT4) nach Beginn, Umstellung oder Absetzen einer HRT (typischerweise nach 6–8 Wochen, individuell angepasst)
- Bei Bedarf Anpassung der Levothyroxin-Dosis mit klaren Einnahmeempfehlungen
- Enge Abstimmung mit der behandelnden Gynäkologie
Makronährstoffmanagement (Eiweiß • Kohlenhydrate • Fette)
Eine stabile Nährstoffbasis kann Beschwerden positiv beeinflussen – unabhängig davon, ob eine Schilddrüsenerkrankung vorliegt.
Wir beraten praxisnah, alltagstauglich und zielorientiert – z. B. in Bezug auf Energie, Gewicht, Verdauung und Leistungsfähigkeit.
Im Fokus stehen:
- Eiweiß: wichtig für Muskulatur, Regeneration, Sättigung und Leistungsfähigkeit
- Kohlenhydrate: individuell angepasst, um Energie- und Konzentrationsschwankungen zu stabilisieren
- Fette: Fokus auf Qualität (insbesondere ungesättigte Fettsäuren)
- Ballaststoffe & Darm: relevant für Wohlbefinden, Stoffwechsel und Nährstoffaufnahme
Mikronährstoffmanagement (gezielt und sicher)
Mikronährstoffe werden häufig unspezifisch eingesetzt. Entscheidend sind jedoch Indikation, Dosierung und Kontrolle.
Unser Prinzip lautet: einordnen → gezielt ergänzen → überprüfen.
Typische Schwerpunkte:
- Eisen/Ferritin: relevant bei Müdigkeit, Leistungsabfall und Haarausfall
- Jod: wichtig, jedoch individuell zu bewerten (Ernährung, Befund, Risikokonstellation)
- Selen und Zink: gezielt bei entsprechender Indikation
- Vitamin D, Vitamin B12, Folat, Magnesium: häufige Einflussfaktoren bei Erschöpfung sowie Muskel- und Nervensymptomen